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Das BJCP System der Met-Typen

1. Wichtige Pflicht-Angaben

  • Süße

    Ein Met kan trocken, halbtrocken oder süß sein. Die Süße gibt einfach den Gehalt an Restextrakt im Met an. Süße wird oft mit derr Fruchtigkeit eine trockenen Mets verwechselt. Der Körper ist zwar mit der Süße verbunden, aber ein trockener Met kann trotzdem etwas Körper haben. Trockene Mets müssen nicht knochentrocken sein. Süße Mets sollten nicht widerlich süß sein und keinen rohen, unvergorenen Honigcharakter besitzen. Die Süße ist von der Stärke abhängig.

  • Karbonisierung

    Ein Met kann still, perlend (petillant) oder schäumend (mousseux) sein. Stille Mets müssen nicht vollständlig still sein; sie dürfen auch sehr leicht perlen. Perlende Mets sind "leicht schäumend" und können eine mäßige, aber spürbare Karbonisierung haben. Schäumende Mets sind nicht extrem überschäumend, sollten aber einen Charakter zwischen "mundfüllend" und dem Eindruck von Champagner oder Sodawasser haben.

  • Stärke

    Ein Met kann nach der Stärke als leicht (hydromel), standard oder stark (sack) kategorisiert werden. Die Stärke bezieht sich auf den Alkoholgehalt des Mets (und also auf die Menge an Honig und vergärbaren Zusätzen die zur Herstellung des Mets verwendet wurde). Stärkere Mets können einen stärkeren Honigcharakter und Körper (sowie Alkohol) haben als schwächere Mets, wobei das aber keine strenge Regel ist.

  • Honigsorten

    Einige Honigarten habe einen starken sortentypischen Charakter (Geruch, Geschmack, Farbe, Säure). Wenn ein Honig unublich ist, können den Verkostern zusätzliche Infromationen gegeben werden, etwa, welche speziellen Eigenschaften man erwarten sollte. "Wildblütenhonig" ist keine Sortenbezeichnung, sondern ein Begriff, der ausdrücken soll, dass der Honig von unbekannten oder unterschiedlichen Blüten gesammelt wurde.

  • Spezielle Zutaten

    Verschiedene Met-Typen können Früchte, Gewürze, Malz usw. enthalten. Der Verkoster muß die Zutaten kennen, die einen speziellen Charakter erzeugen, um den Met richtig einschätzen zu können.

2. Allgemeine Eigenschaften

  • Aussehen

    Gute bis brilliante Klarheit. Kristallklare, spiegelnde Exemplare mit einem deutlich ausgeprägten Meniskus sind am attraktivsten. Sichtbare Partikel (auch in einem klaren Exemplar) sind unerwünscht.
    Hoch karbonisierte Beispiele haben meist eine nur kurz haltbare Schaumkrone ähnlich Sekt oder Sodawasser. Eigenschaften der Bläschen oder der Bildung der Schaumkrone, die begutachtet und kommentiert werden können, sind u.a. die Größe (klein oder groß), die Haltbarkeit (wie lange werden Bläschen ausgebildet?), die Anzahl (wieviele sind vorhanden?), die Rate (wie schnell bilden sie sich?) und der Schaum (Aussehen und Qualität der Krone). Bläschen und Schaumkrone sind starkl von der Karbonisierung, den Zutaten und dem Typ des Mets abhängig. Generell sind kleinere Bläschen wünschenswerter und deuten auf höhere Qualität hin als große Bläschen.
    Die Farbe kann abhängig von der Honigsorte und möglichen weiteren Zutaten (z.B. Früchte oder Malz) stark variieren. Einige Honigsorten sind fast klar, während andere dunkelbraun sein können. Meist liegen sie im stroh- bis goldgelben Bereich. Wenn die Honigsorte nicht angegeben wurde, ist fast jede Farbe akzeptabel. Ist die Honigsorte angegeben, sollte die Farbe dem eingesetzten Honig entsprechen (wobei es trotzdem noch eine große Variationsbreite gibt). Farbton, Sättigung und Reinheit der Farbe sollten beachtet werden. Stärkere Versionen (standard und stark) können Zeichen eines schwereren Körpers Zeigen (z.B. ein Meniskus oder Schaumanhaftungen am Glas), wobei eine höhere Karbonisierung deren Wahrnehmung beeinträchtigen kann.

  • Geruch

    Die Intensität des Honiggeruchs ist je nach Süße und Stärke des Mets unterschiedlich. Stärkere oder süßere Mets haben einen stärkeres Honiggeruch als trockenere oder schwächere Versionen. Unterschiedliche Honigsorten haben unterschiedliche Intensitäten und Eigenschaften; einige (z.B. Orangenblüten- oder Buchweizenhonig) sind besser wahrnehmbar als andere (z.B. Avocado- oder Palmblütenhonig). Wird die Honigsorte angegeben, sollte der sortentypische Charakter zumindest in geringen Maße vorhanden sein. 
    Die Aromen können weinartig erscheinen und fruchtige, blumige oder würzige Noten enthalten. Das Bouquet (schwere, komplexe Gerüche aus der Kombination von Zutaten, Gärung und Lagerung) sollte einen angenehmen Charakter haben, wobei reine, frische Aromen unreinen, hefigen oder schwefligen Noten vorzuziehen sind. Ein vielschichtiges Bouquet, auch als Komplexität oder Tiefe beschrieben, ist ein positives Attribut. Phenolische oder Diacethyl-Aromen sollten ebenso wie kratzige oder chemische Aromen nie vorhanden sein. 
    Eine leichte Oxidation kann abhängig vom Alter vorhanden sein und sherryartige Noten produzieren, die in geringer bis mäßiger Ausprägung akzeptabel sind (wenn sie ausgewogen sind, können sie zur Komplexität beitragen). Ein überstarker Sherry-Charakter ist bei den meisten Typen ein Fehler (außer bei bestimmten Spezialitäten, die einen sherryartigen Charakter erzielen wollen). Oxidation, die einen pappigen Charakter erzeugt, ist immer unerwünscht.
    Alkoholgeruch kann vorhanden sein, aber scharfe, lösungsmittelartige Obertöne sind ein Fehler. Die Harmonie und Ausgewogenheit der Aromen und des Bouquets sollte angenehm und verlockend sein.

  • Geschmack

    Die Intensität des Honiggeschmacks variiert abhängig von der Süße und Stärke des Mets.Stärkere oder süßere Mets haben einen stärkeres Honiggeschmack als trockenere oder schwächere Versionen. Unterschiedliche Honigsorten haben unterschiedliche Intensitäten und Eigenschaften; einige (z.B. Orangenblüten- oder Buchweizenhonig) sind besser wahrnehmbar als andere (z.B. Avocado- oder Palmblütenhonig). Wird die Honigsorte angegeben, sollte der sortentypische Charakter zumindest in geringen Maße vorhanden sein.
    Die Höhe der Restsüße ist von der Süße-Kategorie des Mets abhängig; trockenes Mets haben keine Restsüße, süße Mets haben spürbare bis markante Restsüße, halbtrockene Mets haben ausgewogene Süße. In keinem Falle sollte die Restsüße sirupartig oder widerlich sein oder wie unvergorener Honig wirken. Jegliche Zusätze, wie Säure oder Tannin, sollten den Geschmack bereichern und die gesmten Eigenschaften ausgewogener werden lassen, aber nie herb oder adstringierend sein. Künstlichen chemische, kratzige, phenolische oder bittere Geschmacksnoten sind Fehler.
    Höhere Karbonisiserung verstärkt die Säuerlichkeit und macht das Finish bissiger. Der Nachgeschmack sollte auch beurteilt werden; ein längerer Abgang ist generell wünschenswert. Ein Vielschichtiger Geschmack, auch als Komplexität oder Tiefe beschrieben, ist ein positives Attribut.
    Nebenprodukte der Hefe oder der Gärung können optional erkennbar sein, wobei esterige, frische und reine Geschmacksnoten am erstrebenswertesten sind. Wenn Alkoholgeschmack vorhanden ist, sollte er weich und gut abgelagert sein, nicht kratzig oder lösungsmittelartig.
    Leichte Oxidation kann je nach Alter vorhanden sein, aber übertriebener sherryartiger oder pappiger Charakter sollte vermieden werden. Lagerung und Konditionierung mach den Geschmack generell weicher und erzeugt ein eleganteres, harmonischeres, runderes Produkt. Der Geschmack wird mit der Zeit schwächer und kann sich bei sehr langer Lagerung auch verschlechtern.

  • Mundgefühl

    Vor der Beurteilung sollte man sich über die angegebene Süße, Stärke und Karbonisiserung sowie über die speziellen Zutaten informieren. Das alles kann das Mundgefühl beeinflussen. Die Textur sollte weich sein. Gut gemachte Exemplare haben oft einen eleganten, weinartigen Charakter.
    Der Körper kann stark variieren, obwohl die meisten im mittel-leichten bis mittel-schweren Bereich liegen. Der Bei stärkeren und/oder süßeren Mets wird der Körper im Allgemeinen ebenfalls stärker und kann manchmal recht voll und schwer werden. Umgekehrt wird der Körper bei geringerem Extraktgehalt und/oder trockenen Mets schwächer. Die Wahrnehmung des Körpers sollte nicht von einer überwältigenden widerlich Süße begleitet werden (auch nicht bei süßen Mets). Ebenso ist ein sehr schwacher oder wässriger Körper unerwünscht.
    Etwas natürliche Säure ist oft vorhanden (besonders in fruchtbasierten Mets). Manchmal kann der Met leicht adstringierend sein (entweder durch spezielle Früchte oder Gewürze oder durch Tee, chemische Zusätze oder Eichenholzlagerung). Säure und Tannine helfen, eine Ausgewogenheit zwischen Honig, Süße und Alkohol herzustellen.
    Die Karbonisiserung kann strak variieren (siehe Definitionen oben). Stille Mets haben eine sehr geringe Karbonisierung, leicht karbonisierte (petillant) Mets haben wahrnembare Bläschen, und hoch Karbonisierte (perlende oder sprudelnde) Mets können wie Sekt oder Sodawasser karbonisiert sein. Hohe Karbonisierung verstärkt die Säure und gibt dem Abgang mehr "Biss". Wärmender Alkohol ist oft vorhanden und erhöht sich normalerweise mit der Stärke des Mets (wobei lange Lagerung die Wahrnehmung weicher macht).

  • Gesamteindruck

    Sehr verschiedene Produkte sind möglich, aber gut gemachte Exemplare haben eine angenehme Balance von Honiggeschmack, Süße, Säure, Tanninen und Alkohol. Stärke, Süße und Alter beeinflussen den Gesamteindruck wesentlich. Jegliche spezielle Zutaten sollten sich gut mit den anderen Zutaten mischen und zu einem harmonischen Endprodukt führen.

  • Zutaten

    Met wird hauptsächlich aus Honig, Wasser und Hefe hergestellt. Kleinere Anpassungen an Säure und Tanninen können mit Zitrusfrüchten, Tea, Chemikalien oder durch Lagerung auf Eiche erreicht werden, aber diese Zusätze sollten nicht in Geschmack und Aroma nicht sofort erkennbar sein. Hefenahrung kann benutzt werden, sollte aber nicht spürbar sein. Wenn Zitrusfrüchte, Tee oder Eichenzusätze mehr als gering, hintergründig, zur Ausgewogenheit beitragend sind, sollte der resultierende Met in die passende Kategorie eingereicht werden (z.B. als Metheglin oder in die offene Kategorie, nicht als traditioneller Met).

  • Wichtige Kennwerte:

    Extrakt: leicht 9 - 20 °Brix

    standard 20 - 30 °Brix

    stark 30 - 45 °Brix
    Alkohol: leicht 3.5 - 7.5 %vol

    standard 7.5 - 14 %vol

    stark 14 - 18 %vol
    Restextrakt: trocken -2,5 - 2,5 °Brix

    halbtrocken 2,5 - 6,5 °Brix

    süß 6,5 - 13 °Brix


Die Wahrnemung der Süße hängt ab vom Anteil an Restzucker, also sollte man nicht nur den Restextrakt betrachten, um die Süße festzustellen. Der ursprüngliche Extraktgehalt, die Stärke und in geringerem Maße die Säure sollten ebenso bei der Beurteilung der Süße beachtet werden.

Die Bittere ist nur für Braggot relevant, aber Bitterhopfen sind selbst in diesem Typ nur optional.

Die Farbe ist grundsätzlich irrelevant, weil die Farbe des Honigs irgendwo zwischen fast klar bis dunkelbraun liegen kann. Melomels und Pyments können orange, rote, rosa und oder violette Töne haben. Cyser sind meist goldgelb. Braggots können gelb bis schwarz sein. In jedem Falle sollte die Farbe die eingesetzten Zutaten widerspiegeln (Honigsorte und in manchen Typen Früchte und/oder Malz).

3. Einreichung und Kategorisierung

Pflichangaben:

  • Der Einreicher MUSS die Karbonisierung angeben (still, petillant oder leicht karbonisiert, sprudelnd oder hoch karbonisiert).
  • Der Einreicher MUSS die Stärke angeben (leicht oder hydromel, standard, stark oder sack).
  • Der Einreicher MUSS die Süße angeben (trocken, halbtrocken, süß).

Optionale Angaben:

  • Der Einreicher KANN die benutzte Honigsorte angeben. Wenn die Honigsorten angegeben werden, wird der Verkoster sortentypische Eigenschaften des Honigs suchen. Der Charakter einer Honigsorte wird von den Blüten bestimmt, erinnert aber nicht immer an die Pflanze, den Baum oder die Frucht. Zum Beispiel hat Orangenblütenhonig die Eigenschaften der Orangenblüten, nicht der Orangen, und Johannisbeerhonig erinnert nur entfernt an Johannisbeeren, wobei das noch eine identifizierbare Sorte ist.

  • Kategoriespezifische Angaben: Einige Kategorien benötigen zusätzliche Informationen, insbesondere Kategorien außerhalb des traditionellen Mets, wie zum Beispiel die Deklaration der speziellen Früchte, Gewürze oder spezieller Eigenschaften. Unterstützende Materialien können den Verkostern zur Verfügung gestellt werden, wenn es sich um sehr außergewöhnliche Zutaten oder Methoden handelt.

  • Annahmen: Wenn keine Angaben gemacht werden, sollten die Verkoster den Met als halbtrockenen, leicht karbonisierten Met mit Standard-Stärke beurteilen, der keinen sortentypischen Honig oder spezielle Zutaten enthält. Die Organisatoren sollten jede Anstrengung unternehmen, um sicherzustellen, dass den Verkostern alle vorhandenen Informationen zur Verfügung stehen, wenn sie den Met beurteilen.

Quelle: 2008 BJCP Style Guidelines
Übersetzung: Jörg Krüger